
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an einem sonnigen Nachmittag entspannt auf Ihrer Terrasse. Während Sie im kühlen Schatten ein Buch lesen, arbeitet die in Ihrem Terrassendach integrierte Solaranlage für Sie!
Ja, Ihr Solar-Terrassendach ist ein echter Alleskönner: Es schützt Sie, Ihre Gäste und Ihre Gartenmöbel vor plötzlichen Regengüssen vor Wind und bietet Ihnen Schatten, während es gleichzeitig grünen Strom produziert.

Im Grunde funktioniert ein Solardach auf der Terrasse genau wie die klassische Anlage auf dem Hausdach: Solarmodule fangen das Licht ein und wandeln es in elektrischen Strom um. Ein Wechselrichter macht daraus nutzbaren Wechselstrom für Ihre Steckdosen. Der Clou beim Terrassendach ist jedoch die Doppelfunktion: Die Module ersetzen ganz oder teilweise die übliche Eindeckung aus Glas oder Kunststoff. Sie sind also Dach und Stromproduzent zugleich.
Damit das System reibungslos läuft, sind vier Kernkomponenten erforderlich: die Solarmodule, der Wechselrichter, die Verkabelung und eine stabile Unterkonstruktion. Wer die Energie auch nach Sonnenuntergang nutzen will, ergänzt das Ganze um einen Stromspeicher.
Bei den Modulen gibt es drei Hauptvarianten, aber für die Terrasse kommen eigentlich nur die Glas-Glas-Module in Frage:
– Glas-Glas-Module: Hier liegen die Zellen geschützt zwischen zwei Glasscheiben. Diese sind oft semi-transparent, was durch Abstände zwischen den einzelnen Solarzellen erreicht wird. Dadurch sinkt die rein rechnerische Spitzenleistung pro Quadratmeter im Vergleich zu vollflächig bestückten Standardmodulen. Der Wohnkomfort durch das natürliche Licht, den man ja bei einer Terrassenüberdachung haben möchte, ist aber deutlich höher. Ein weiterer Vorteil ist die Langzeit-Effektivität: Glas altert kaum und schützt die Zellen wesentlich besser vor Witterungseinflüssen als eine Folie es macht. Nach 30 Jahren liefern hochwertige Glas-Glas-Module daher rund 30 Prozent mehr Gesamtertrag.
– Standard-PV-Module (Glas-Folie): Diese sind meist blickdicht, da die gesamte Fläche dicht mit Solarzellen bestückt ist. Sie erzielen dadurch auf den Quadratmeter gerechnet zwar den höchsten Ertrag, allerdings führen sie zu einer kompletten Verdunkelung der Terrasse, was oft nicht gewünscht ist. Zudem haben sie oft keine Zulassung für den „Überkopf-Bereich“, da sie im Falle eines Bruchs gefährliche Splitter bilden könnten.
– Dünnschichtmodule: Sie sind zwar leicht, aber weniger effizient und spielen bei modernen Solarterrassen kaum eine Rolle. Zumal auch eine zusätzliche „Unterkonstruktion“ erforderlich wäre.
Die Module müssen als „Überkopfverglasung“ zertifiziert sein (Norm DIN 18008-2). Glas-Glas-Module binden bei einem Bruch die Splitter durch eine spezielle Folie, so dass niemand im Falle eines Bruchs verletzt werden würde.
Eigener Strom von der Terrasse
Der offensichtlichste Vorteil: Sie erzeugen Ihren eigenen Strom. Eine Solaranlage auf dem Terrasssendach ist nicht so effektiv wie die Standard-Dach-Anlage, aber jede Kilowattstunde, die Sie selbst erzeugen und verbrauchen, müssen Sie nicht vom Energieversorger kaufen.
Doppelter Nutzen auf gleicher Fläche
Die Dachfläche ist ohnehin da. Ob darauf nun Glas liegt oder ein Solarmodul, macht für die Nutzung der Terrasse kaum einen Unterschied. Sie nutzen also eine Fläche, die Sie sowieso überdachen würden, gleich doppelt. Besonders attraktiv ist das für Hausbesitzer, deren Hausdach für eine Solaranlage nicht ideal geeignet ist, zum Beispiel weil es nach Norden ausgerichtet ist, zu stark verschattet wird oder unter Denkmalschutz steht.
Sonnenschutz inklusive
Solarmodule beschatten die Terrasse ganz automatisch. An warmen Sommertagen müssen Sie sich weniger Gedanken über eine zusätzliche Beschattung machen. Die Module halten die Sonnenstrahlen zu einem großen Teil ab und erzeugen gleichzeitig Strom. Bei teiltransparenten Modulen fällt dabei immer noch genügend Licht hindurch, so dass es nicht zu dunkel wird.
Unabhängigkeit vom Strompreis
Wer eigenen Strom erzeugt, macht sich ein Stück weit unabhängig von steigenden Strompreisen und der Verfügbarkeit von Strom überhaupt. Mit einer Solaranlage auf dem Terrassendach produzieren Sie Ihren Strom selbst, und zwar zu gleichbleibenden Konditionen. Je höher der Strompreis steigt, desto attraktiver wird Ihre eigene Erzeugung.
Wertsteigerung der Immobilie
Ein professionell geplantes und installiertes Solardach kann den Wert Ihrer Immobilie steigern. Energieeffiziente Lösungen sind bei Käufern zunehmend gefragt. Ein Terrassendach mit Solaranlage signalisiert Modernität und Weitblick.
Natürlich wäre es zu schön, wenn ein Solardach auf der Terrasse nur Vorteile hätte. Wie bei jeder größeren Anschaffung gibt es auch hier einige Punkte, die Sie kennen und berücksichtigen sollten.
Höherer Planungsaufwand
Ein Terrassendach mit Solarmodulen ist deutlich komplexer als ein herkömmliches Terrassendach. Sie benötigen nicht nur einen Fachbetrieb für die Konstruktion des Dachs, sondern auch einen Elektrofachbetrieb für die Solaranlage. Beide müssen sich abstimmen. Die Verkabelung muss fachgerecht verlegt werden. Und die Anlage muss, wenn es sich nicht nur um ein Balkonkraftwerk handelt, beim Netzbetreiber angemeldet werden. Das alles erfordert mehr Planung und mehr Abstimmung als bei einem normalen Terrassendach.
Ausrichtung und Neigung
Die Stromausbeute hängt stark von der Ausrichtung und der Neigung des Dachs ab. Ideal ist eine Südausrichtung mit einer Neigung von etwa 25 bis 35 Grad. Terrassendächer haben aber häufig eine deutlich geringere Neigung, oft nur 5 bis 15 Grad. Dadurch sinkt der Ertrag im Vergleich zu einer optimal ausgerichteten Dachanlage um 10 bis 20 Prozent. Auch eine Ausrichtung nach Osten oder Westen reduziert die Stromausbeute, wobei diese bei einem Terrassendach durchaus üblich sind.
Verschattung ist ein weiteres Thema. Bäume, Nachbargebäude oder sogar die eigene Hauswand können Schatten auf die Module werfen. Schon eine teilweise Verschattung kann die Leistung der gesamten Anlage deutlich reduzieren, da die Module in der Regel in Reihe geschaltet sind. Ein verschattetes Modul bremst dann alle anderen aus.
Reinigung und Wartung
Solarmodule auf einem Terrassendach verschmutzen tendenziell schneller als auf einem Hausdach. Laub, Blütenstaub, Vogelkot und andere Ablagerungen setzen sich auf den Modulen ab und reduzieren die Leistung. Bei der geringen Neigung eines Terrassendachs spült der Regen den Schmutz nicht so gut ab wie bei einem steileren Hausdach. Sie müssen die Module also regelmäßig reinigen. Das ist bei einem Terrassendach zum Glück einfacher als auf dem Hausdach, da Sie in der Regel mit einer Leiter oder sogar vom Boden aus an die Module herankommen.
Stromertrag im Vergleich zur Dachanlage
Seien wir ehrlich: Eine Solaranlage auf dem Terrassendach wird in den meisten Fällen weniger Strom erzeugen als eine vergleichbar große Anlage auf dem Hausdach. Die Gründe dafür haben wir bereits besprochen: geringere Neigung, mögliche Verschattung, bei teiltransparenten Modulen ein niedrigerer Wirkungsgrad. Das bedeutet nicht, dass sich die Anlage nicht lohnt. Es bedeutet aber, dass Sie die Erwartungen realistisch halten sollten.
Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob sich eine Solarüberdachung lohnt, lautet wie so oft: Es kommt darauf an. Schauen wir uns an, unter welchen Voraussetzungen ein Solardach auf der Terrasse eine besonders gute Idee ist und wann Sie besser darauf verzichten sollten.
Besonders sinnvoll ist ein Solardach, wenn …
… Sie ohnehin ein neues Terrassendach planen. Dann sind die Mehrkosten für die Solarmodule überschaubar, da Sie die Konstruktion des Dachs und die Eindeckung sowieso bezahlen. Die Solarmodule ersetzen lediglich das Glas oder das Polycarbonat.
… Ihr Hausdach für eine Solaranlage nicht geeignet ist. Sei es wegen der Ausrichtung, der Verschattung, des Denkmalschutzes oder weil das Dach bereits belegt ist. In diesen Fällen bietet das Terrassendach eine gute Alternative.
… Ihr Terrassendach günstig zur Sonne ausgerichtet ist. Eine Südausrichtung ist ideal, Südost oder Südwest sind ebenfalls gut.
… Sie tagsüber viel Strom verbrauchen. Wer tagsüber zu Hause ist, ein Elektroauto lädt oder eine Wärmepumpe betreibt, kann einen großen Teil des erzeugten Stroms direkt nutzen. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit erheblich.
Weniger sinnvoll ist ein Solardach, wenn …
… die Terrasse stark verschattet ist. Bäume, Nachbargebäude oder die eigene Hauswand können die Stromausbeute so stark reduzieren, dass sich die Investition kaum rechnet. Lassen Sie vor der Planung unbedingt eine Verschattungsanalyse durchführen.
… das Terrassendach sehr klein ist. Bei einer Fläche von weniger als 10 Quadratmetern ist der Stromertrag gering und die Fixkosten für Wechselrichter und Installation fallen verhältnismäßig stark ins Gewicht.
… Sie tagsüber kaum Strom verbrauchen und keinen Speicher möchten. Ohne Speicher müssen Sie den Strom einspeisen und erhalten dafür nur die (niedrige) Einspeisevergütung. Das verlängert die Zeit, bis sich die Anlage bezahlt gemacht hat, deutlich.
Bevor Sie mit der Planung beginnen, sollten Sie sich unbedingt mit den rechtlichen Rahmenbedingungen vertraut machen. Denn ein Terrassendach mit Solaranlage berührt gleich mehrere Vorschriften.
Baugenehmigung für das Terrassendach
Wie bei jedem Terrassendach ist in den meisten Bundesländern eine Baugenehmigung erforderlich. Das gilt unabhängig davon, ob Solarmodule auf dem Dach liegen oder nicht. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über die gültigen Vorschriften. Abstandsflächen, Bebauungspläne und Gestaltungssatzungen können eine Rolle spielen. Planen Sie für den Genehmigungsprozess mehrere Wochen bis Monate ein.
Anmeldung der Solaranlage
Jede Solaranlage, die Strom erzeugt, muss beim zuständigen Netzbetreiber und bei der Bundesnetzagentur im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Das gilt auch für kleine Anlagen auf dem Terrassendach.
Die Anmeldung ist nicht kompliziert, muss aber erfolgen, bevor die Anlage in Betrieb geht. Ihr Elektrofachbetrieb kann Sie dabei unterstützen. Unbürokratisch ist es vor allem dann, wenn die Anlage nur wie ein Balkonkraftwerk genutzt wird, Sie also nur bis zu 800 W direkt in die Steckdose einspeichern. Dann reicht eine kurze Meldung aus.
Einspeisevergütung
Sollten Sie mehr Strom produzieren als verbrauchen, können Sie den überschüssigen Strom in das öffentliche Netz einspeisen und erhalten dafür eine Vergütung nach dem EEG, das Erneuerbare Energien Gesetz. Die Höhe der Vergütung wird zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt und bleibt für 20 Jahre konstant. Die Vergütung ist deutlich niedriger als der Strompreis, der an den Energieversorger gezahlt werden muss. Deshalb gilt die Faustregel: Je mehr Strom Sie selbst verbrauchen, desto wirtschaftlicher ist Ihre Anlage. Auch ein Speicher ist deshalb eine überlegenswerte Anschaffung.
Gibt es Förderprogramme für Solaranlagen auf dem Terrassendach?
Ja, es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten. Auf Bundesebene bietet die KfW günstige Kredite für Solaranlagen an. Darüber hinaus haben viele Bundesländer, Landkreise und Kommunen eigene Förderprogramme, die Zuschüsse oder vergünstigte Darlehen gewähren. Besonders attraktiv kann die Förderung eines Stromspeichers sein, da dieser den Eigenverbrauch deutlich erhöht. Die Förderlandschaft ändert sich allerdings regelmäßig, deshalb empfehlen wir Ihnen, sich vor der Planung bei Ihrer Gemeinde und auf den Seiten der KfW über aktuelle Programme zu informieren.
Seit 2023 entfällt in Deutschland die Mehrwertsteuer auf Solarmodule, Wechselrichter und Stromspeicher für Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden und deren Nebenflächen. Terrassendächer fallen in der Regel darunter. Fragen Sie Ihren Fachbetrieb, ob Ihre geplante Anlage von dieser Regelung profitiert.

Damit Ihre Anlage optimal viel Strom liefert, ist ein wenig Pflege nötig. Nutzen Sie weiche Bürsten und kalkarmes Wasser, um Streifen zu vermeiden. Aber Achtung: Lassen Sie den Hochdruckreiniger im Schuppen, er könnte Dichtungen und Rahmen beschädigen. Und bitte niemals die Module betreten.
Ein Terrassendach mit Solarmodulen ist eine clevere Idee, die unter den richtigen Voraussetzungen hervorragend funktioniert. Sie nutzen eine Fläche doppelt, erzeugen Ihren eigenen Strom und machen sich unabhängiger von steigenden Energiekosten. Gleichzeitig genießen Sie einen angenehm beschatteten Terrassenplatz.
Allerdings sollten Sie die Erwartungen realistisch halten. Ein Solardach auf der Terrasse ersetzt in den meisten Fällen keine Solaranlage auf dem Hausdach, es ergänzt sie aber hervorragend. Die Stromausbeute ist aufgrund der geringeren Neigung und der möglichen Verschattung etwas niedriger als auf dem Hausdach.
Besonders attraktiv ist die Lösung, wenn Sie ohnehin ein neues Terrassendach planen. Die Mehrkosten für die Solarmodule gegenüber einer Glaseindeckung halten sich in Grenzen und amortisieren sich über die Jahre durch den erzeugten Strom. Weniger sinnvoll ist die Investition, wenn die Terrasse stark verschattet ist oder die Fläche sehr klein ausfällt.
Unser Rat: Lassen Sie sich von einem erfahrenen Fachbetrieb beraten, der sowohl die Konstruktion des Terrassendachs als auch die Solaranlage aus einer Hand planen kann. Holen Sie sich mehrere Angebote ein und bestehen Sie auf einer Ertragsberechnung, die Ihre konkreten Bedingungen vor Ort berücksichtigt. So treffen Sie eine Entscheidung auf solider Grundlage und nicht auf Basis von Wunschdenken.
Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Planung und viele sonnige Stunden unter Ihrem neuen Terrassendach, das für Sie ganz nebenbei auch noch Strom produziert.
Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua. At vero eos et accusam et justo duo dolores et ea rebum. Stet clita kasd gubergren, no sea takimata sanctus est Lorem ipsum dolor sit amet. Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr, sed diam nonumy eirmod tempor invidunt ut labore et dolore magna aliquyam erat, sed diam voluptua.
Für unsere Chatfunktion nutzen wir eine Erweiterung der Userlike GmbH. Um den Chat nutzen zu können, aktivieren Sie bitte hier die Datenübertragung an Userlike.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen